Aderlasstherapie

Beschreibung

Der Aderlass ist eine in den meisten globalen traditionellen Medizinsystemen verbreitete Therapiemethode. In den Schulen von Hippokrates und Galen wurde die Methode häufig angewandt und hatte danach bis in das 18. Jahrhundert eine große Bedeutung in der Medizin. Der Grund dafür war der Glaube, dass die Ursache von Erkrankungen in einer schlechten Mischung der Körpersäfte liege und ein Entfernung von Blut hier korrigierend eingreife. Auch in der Klostermedizin Hildegard von Bingens spielte der Aderlass eine große Rolle.
In der Gegenwart ist der Aderlass in der traditionellen ayurvedischen, chinesischen, sowie arabischen Medizin etabliert. In der modernen Inneren Medizin wird er bei Bluterkrankungen wie Polycythaemia vera (vermehrte rote Blutkörperchen), Haemochromatose (krankhafter Eisenstoffwechsel), sowie einigen anderen Erkrankungen empfohlen. Neuere Studien belegen die Wirksamkeit des Aderlasses bei Diabetes mellitus, Bluthochdruck und möglicherweise bei Leber- und chronischen Gefäßerkrankungen
In der Regel werden pro Sitzung etwa 100-500 ml Blut aus der Armvene entnommen (wie bei der Blutspende). Der Abstand zwischen den Entnahmen variiert ebenso wie die Anzahl der Sitzungen.



Autor: ÄGGP, Prof. Dr. med. Andreas Michalsen

Fakten

Indikation

Bestimmte Bluterkrankungen, die durch eine krankhafte Vermehrung der roten Blutkörperchen oder einem erhöhten Eisengehalt derselben gekennzeichnet sind.

Risiken

Falscher Therapieansatz, wenn das Grundleiden anders behandelt werden müsste.

Alternativen in der GKV

Medikamentöse Therapieansätze

Kosten

Beratung und Venenpunktion pro Sitzung etwa 20,- Euro.

Qualifikation des Anbieters

Facharzt für Innere Medizin, Naturheilkunde

Heilpraktiker mit entsprechender Zertifizierung

Unser Kommentar

Der Aderlass zählt in der Komplementärmedizin zu den ausleitenden Verfahren und wird in der inneren Medizin wieder zunehmend beachtet.