Allergologische Diagnostik auf Wunsch des Patienten

Beschreibung

Die Zahl der Allergien nimmt weltweit stetig zu. Eine Allergie ist im einfachsten Sinne die übermäßige Abwehrreaktion des Körpers gegen Stoffe, die für den Körper normalerweise nicht schädlich sind. Als Allergene werden die Stoffe bezeichnet, die diese Reaktion des Körpers verursachen. Im Grunde kann das alles sein, allerdings sind häufige Allergene Tierhaare, Pollen, Lebensmittel (z.B. Obst) und Kosmetikprodukte. Die Allergie entsteht folgendermaßen: Gerät der Körper in Kontakt mit einem Allergen, entscheiden die Immunzellen darüber, ob sie den Stoff als unschädlich ansehen oder dagegen Antikörper produzieren, die aber beim ersten Kontakt noch keine Reaktion auslösen. Beim zweiten Kontakt mit dem Allergen lösen die zuvor gebildeten Antikörper (IgE) die typischen Symptome einer Allergie aus. Dazu gehören, je nach Allergen, der Juckreiz und die Rötung der Haut, sowie Schwellungen im Gesichtsbereich bis hin zur Atemnot. Bei Verdacht auf eine Allergie übernimmt die GKV einen Allergietest. Dieser beinhaltet üblicherweise erst einmal nur einen Hautpricktest. Dabei werden gängige Allergene auf die Haut aufgetragen, um zu sehen, welches eine kleine Reaktion auslöst. Gesunde Personen mit einem besonderen Sicherheitsbedürfnis oder vor der Anschaffung eines Haustieres, die eventuell bereits eine Testung durch die GKV erhalten haben, können auf eigene Kosten einen Hauttest durchführen lassen. Es können bis zu 50 Allergene getestet werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Hauttestung, der einfachste ist der bereits oben genannte Pricktest, der auf dem Unterarm durchgeführt wird. Weitere Möglichkeiten bieten der Epikutantest oder der Intrakutantest, wobei eine Beratung erfolgen sollte, welcher dieser Tests am besten geeignet ist.



Autor: ÄGGP

Fakten

Indikation

Gesunde Patienten, die ein besonderes Sicherheitsbedürfnis haben und ihren Allergiestatus ein weiteres Mal testen wollen oder sich ein Haustier anschaffen möchten.

Risiken

Es besteht das Risiko, dass mit unbedachter Allergenauftragung (unnötige Allergene) eine Allergie künstlich ausgelöst werden kann. Es kann zu allergischen Reaktionen kommen, wenn bereits eine Allergie besteht.

Alternativen in der GKV

Nein. Nicht ohne den Verdacht auf eine Allergie.

Kosten

Die Kosten für die Testung liegen inklusive Beratung je nach Allergenanzahl zwischen 25,00 und 150,00 Euro.

Qualifikation des Anbieters

Facharzt

Unser Kommentar

Mittlerweile gibt es einige Anbieter auf dem Markt, die nicht nur die Allergenquelle, sondern auch viele der für die Sensibilisierung relevanten Allergenkomponenten identifizieren (z. B. ImmunoCAP/ISAC). Da bei diesen Tests nicht die Antikörper gegen die Allergene gemessen, sondern einzelne Eiweißstoffe der Allergene analysiert werden, ist der Test aussagefähiger als andereTestmethoden. Bei dem eher innovativen ISAC (Immuno Solidphase Allergen Chip) handelt es sich um einen Microchip-Panel-Test mit mehr als 100 Allergen-Komponenten (Aero- und Nahrungsmittel-Allergene, Insektengift-Allergene, Schimmelpilze, Latex). Ein solches Allergie-Screening[1] ist derzeit keine Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung. Der Vorteil dieser Sammeluntersuchung ist der, dass mit relativ wenig Einsatz von Blut ein extrem breites Spektrum an Allergenen untersucht werden kann. Dieses ist besonders bei kleinen Kindern und einer komplizierten Anamnese vorteilhaft. Es werden allerdings auch Allergene bzw. Allergenkomponenten untersucht die anamnestisch keinen Einfluss auf das Krankheitsbild haben.