Ausschluss wichtiger sexuell übertragbarer Erkrankungen

Beschreibung

Man unterscheidet die echten Geschlechtskrankheiten, für die eine Meldepflicht besteht oder bestanden hat von den, durch Geschlechtsverkehr übertragbaren Krankheiten. Zu den Geschlechtskrankheiten zählen: Sypillis, Gonorrhoe, Ulcus molle und Lymphogranuloma venerum. HIV, Aids, Hepatitis B, Chlamydien, selten Trichomonaden, humane Papillomaviren, Herpesviren oder Filzläuse zählen zu den sexuell übertragbaren Erkrankungen.
Meldepflichtig sind davon HIV (anonym) und Hepatitis B (namentlich). HIV ist die Abkürzung für Menschliches Immunschwäche Virus. Eine unbehandelte Infektion führt nach längerer beschwerdefreier Phase zur Erkrankung AIDS (erworbenes Immundefizienssyndrom). Die Übertragung erfolgt durch Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma, Scheidensekret, Muttermilch, bei Verletzungen der Schleimhaut von Scheide, After, Penis oder der Mundschleimhaut, die als Eintritspforte dienen.
Hepatitis B wird ebenfalls durch Körperflüssigkeiten übertragen und zählt zu den sexuell übertragbaren Erkrankungen mit den meisten Todesfällen. Die Hepatitis B Viren führen zu einer Infektion der Leber. Leberzirrhose und Leberkrebs können Spätfolgen der Infektion sein. Die Impfung ist Bestandteil des Impfkalenders der STIKO. Chlamydien sind gramnegative Bakterien, die sich in einer Wirtszelle vermehren können. Sie führen beim Menschen zu Infektionen der Schleimhäute der Augen, der Atemwege und der Genitale. Die Infektion ist oft symptomlos und kann zur Sterilität führen. Eine Impfung gibt es nicht. Humane Papillomaviren sind als Erreger des Gebärmutterhalskrebs identifiziert. Besonders die high-risk Typen 16 und 18 sind dafür verantwortlich. Die low risk Typen 5 und 11 sind verantwortlich für die Entstehung von sogenannten Feigwarzen. Seit 2006 bzw. 2007 gibt es die Impfung in Deutschland. Zu Lasten der GKV können sich Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren impfen lassen.
Trichomonas vaginalis, die zu Ausflußbeschwerden führen und im Nativpräparat am besten nachweisbar sind, sind als Infektionsquelle zwar selten geworden, werden aber von der GKV übernommen. Ähnliches gilt für die genitalen Herpesviren, auch sie machen Beschwerden durch brennende und schmerzende Eiterbläschen und führen dadurch oft zu einer ärztlichen Konsultation.



Autor: ÄGGP

Fakten

Indikation

Auf Wunsch der Patienten, ohne erkennbare Krankheitssymptome.

Risiken

Falsch positive Resultate können die Partnerschaft belasten, andere Infektionen können unbemerkt vor längerer Zeit erworben worden sein.

Alternativen in der GKV

Diagnostik zu Lasten der Kasse bei klinischem Verdacht oder im Rahmen der Präventionsprogramme.

Kosten

Es ist mit Kosten von ca. 55,- Euro, bei der Bestimmung drei verschiedener Krankheitsmarker zu rechnen.

Qualifikation des Anbieters

k.A.

Unser Kommentar

Wichtig ist bei sexuell übertragbaren Erkrankungen ein präventives Verhalten. Vor HIV und Hepatitis B kann man sich mit Kondomen schützen. Bei der Hepatitis B zusätzlich durch eine Impfung. Eine HIV-Testung wird Schwangeren zu Lasten der GKV angeboten. Ein Chlamydienscreening besteht für Frauen unter 25 Jahren. Danach ist es als FGL sinnvoll.
Die HPV- Impfung ist auch nach dem 17. Lebensjahr durchaus sinnvoll, aber mit etwa 450,- Euro eher teuer. Manche Kassen übernehmen die Kosten bis zum 26. Lebensjahr. Auch für Jungen ist diese Impfung sinnvoll, jedoch leider keine GKV Leistung.

Der Wirksamkeitsnachweis dieser FGL ist durch Studien belegt.