Behandlung der Arthrose

Beschreibung

Die Arthrose ist eine degenerative, nicht umkehrbare Abnutzungserscheinung der Gelenke. Gelenke bestehen aus den entsprechenden Knochenenden, einer schützenden Knorpelschicht und der Gelenkflüssigkeit („Gelenkschmiere“), die von den Knorpelzellen gebildet wird. Bei der Arthrose kommt es entweder durch hohes Alter oder durch lange Fehl-/Überbelastung des Gelenks (z.B. Leistungssportler) zu einer Abnahme der Knorpelmasse mit einer gewissen mechanischen Entzündungskomponente. Daraus resultieren Schmerzen, die sich über eine Zeitspanne von bis zu mehreren Jahren immer weiter verschlimmern können. Die Schmerzen entstehen dadurch, dass durch den fehlenden Knorpel nun die Knochenenden des Ober- und Unterschenkels aufeinander reiben. Die einzige vollständige Heilungsoption besteht darin, operativ ein künstliches Kniegelenk einzusetzen. Da ein künstliches Gelenk aber nie so effektiv genutzt werden kann wie das körpereigene, sollte versucht werden, diese Operation mit anderen schmerzlindernden Verfahren möglichst hinauszuzögern. Als Ergänzung zur physiotherapeutischen Betreuung kann eine Eigenbluttherapie in Erwägung gezogen werden. Das Orthokinverfahren (EOT) basiert dabei darauf, dass im Blut sogenannte Schutzproteine gebildet werden, die entzündungshemmend wirken. Da der Knorpel sehr schlecht durchblutet ist, wird Blut aus einer Armvene entnommen, und in einem speziellen Röhrchen zur Produktion dieser Schutzproteine stimuliert. Anschließend wird das Blut aufbereitet und in Form einer Injektion in das Gelenk gegeben. Dieser Vorgang muss 1-2 mal pro Woche wiederholt werden. Derzeit gilt der Effekt dieser Methode aber als wissenschaftlich nicht erwiesen. Anzumerken ist auch, dass bei dieser Therapiemethode nur die Entzündungskomponente beeinflusst werden soll, welche bei der Arthrose aber nicht vorrangig ist.



Autor: ÄGGP, Prof. Dr. med. Andreas Michalsen (Begutachtung)

Fakten

Indikation

Patienten mit sicher diagnostizierter Kniegelenksarthrose, die trotz Physiotherapie weiterhin an Schmerzen sowie Bewegungseinschränkung leiden und nicht/noch nicht bereit sind, eine Operation vornehmen zu lassen.

Risiken

Wie bei allen Spritzenformen kann es auch bei dieser Injektion zu Irritationen an der Einstichstelle kommen. Des Weiteren kann sich das Knie etwas überwärmt anfühlen, anschwellen oder eine Rötung zeigen. Die häufige Frequenz der Injektion kann das Infektionsrisiko erhöhen.

Alternativen in der GKV

Ja. Physiotherapie (nicht unbegrenzt verschrieben). Die GKV übernimmt die notwendige Operation für ein künstliches Kniegelenk.

Kosten

Die Kosten pro Injektionsserie betragen ca. 1400,- Euro.

Qualifikation des Anbieters

Facharzt

Unser Kommentar

Die Injektion von Blutbestandteilen (Interleukin-1-Rezeptorantagonisten) in das Kniegelenk ist sehr teuer im Gegensatz zu Cortisoninjektionen und eine bessere Wirkung nicht bewiesen. Um das Kniegelenk zu entlasten und damit die Schmerzen zu lindern, sollte ein Normalgewicht erreicht und die Oberschenkelmuskulatur gezielt gestärkt werden. Es stimmt möglicherweise, dass gelegentlich zu schnell der operative Weg gewählt wird. Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie rät von dieser Methode grundsätzlich ab, weil der Nutzen nicht nachgewiesen ist und die Risiken nicht zu rechtfertigen sind.