Behandlung von Konzentrationsstörungen

Beschreibung

Konzentrationsstörungen kommen sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen vor. Vor allem bei Kindern haben diese aber häufiger keinen Krankheitswert, sondern hängen oft mit der Umstellung vom Kindergarten zur Schule oder anderen neuen Anforderungen an die Entwicklung, wie z.B. dem Umzug in eine andere Stadt, der Scheidung der Eltern uvm., zusammen. Mögliche körperliche Ursachen von Konzentrationsstörungen können, v.a. bei Erwachsenen, häufig auf Schilddrüsenerkrankungen, Schlafstörungen, eine Nierenschwäche, Demenz oder Suchterkrankungen zurückgeführt werden. Es sollten bei der Routinediagnostik auch die Depression, mögliche Wechseljahresbeschwerden oder psychiatrische Erkrankungen in Betracht gezogen werden. Bei Kindern liegt der krankhaften Konzentrationsstörung in vielen Fällen ein Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) zugrunde. Sollte der Arzt eine krankhafte Ursache für Konzentrationsstörungen finden, kann eine Behandlung zu Lasten der GKV durchgeführt werden. Handelt es sich allerdings nachweislich um eine Konzentrationsstörung ohne jeglichen Krankheitswert, so müssen die Kosten für eine Einzel- oder Gruppenbehandlung selbst getragen werden. Die professionell unterstützte Behandlung von Konzentrationsproblemen bietet sich vor allem bei Kindern an, die selbst kein Bewusstsein für diese Störung entwickeln können. Die Therapie kann dann mit unterschiedlichen Herangehensweisen in der Einzel- oder Gruppenmaßnahmen, mittels spielerischen Konzentrationsübungen, durchgeführt werden. Dabei sollten möglichst die Interessen des Kindes beachtet werden. Für Erwachsene, die z.B. unter stressbedingten Konzentrationsstörungen leiden, werden vor allem Maßnahmen, wie autogenes Training, Stressbewältigungskurse oder eine regelmäßige sportliche Betätigung empfohlen.



Autor: ÄGGP

Fakten

Indikation

Kinder oder Erwachsene mit Konzentrationsstörungen ohne nachweislichen Krankheitswert.

Risiken

keine

Alternativen in der GKV

Nein

Kosten

Die Kosten für übende Verfahren betragen pro Einzelsitzung ca. 20,00 Euro und pro Gruppensitzung ca. 6,00 Euro.

Qualifikation des Anbieters

k.A.

Unser Kommentar

Wenn es um ADHS geht, stehen Betroffene und ihre Angehörigen meist unter erheblichem Druck. Das Versagen in Schule oder dem Beruf, sowie die Entwicklung von weiteren psychischen Störungen sind häufig. Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad, den jeweiligen Symptomen, sowie dem Alter des Betroffenen. Wegen der Komplexität der Störung wird es angestrebt, verschiedene Behandlungsansätze zu einer, auf den Patienten und sein soziales Umfeld zugeschnittenen, Therapie zu kombinieren.
Es gibt Kritiker des Krankheitsbildes, welche die ADHS im normalen Spektrum des menschlichen Verhaltens sehen. Sie lehnen die Einordnung der typischen Auffälligkeiten als Störung ganz oder teilweise ab, bzw. interpretieren die Symptomatik als Folge der aktuellen Lebensumstände. Begründet wird das unter anderem mit einer veränderten Kindheit, erhöhten Ansprüchen an Zweckmäßigkeit und reibungsloses Funktionieren, einem, den Bedürfnissen der einzelnen Kinder nicht angepassten Schulsystem, abnehmender gesellschaftlicher Toleranz gegenüber den Ausprägungen kindlichen Verhaltens, sowie einer Umwelt, die von Bewegungsarmut, Reizüberflutung, Leistungsdruck und Vernachlässigung gekennzeichnet sei. Daher wird die Etikettierung von Kindern als „krank“ und eine medikamentöse Behandlung, als ein falscher Weg angesehen. Es ist daher verständlich, dass die Diagnose "Konzentrationsstörung ohne Vorliegen einer Erkrankung" nur schwer von anderen Erkrankungen und besonders vom ADHS abzugrenzen ist.

Der Wirksamkeitsnachweis dieser FGL ist nicht durch Studien belegt. Diese FGL wird aber von Experten empfohlen bzw. nicht abgelehnt.