Botox-Injektion bei hyperaktiver Blase

Beschreibung

Als Inkontinenz bezeichnet man die Unfähigkeit generell oder unter bestimmten Umständen (Niesen, Husten etc.) Ausscheidungsprodukte wie Harn, Stuhl oder Winde kontrolliert bei sich zu behalten. Mit zunehmendem Alter steigt die Gefahr der Entwicklung einer Inkontinenz. Zusätzlich kann dieses Problem durch Spontangeburten, chronische Erkrankungen, Medikamente oder Operationen im Becken verstärkt werden. Es gibt vier verschiedene Formen der Inkontinenz, wobei diese sich nach Art, Ursache und Situation des Kontrollverlustes unterscheiden. Die häufigste Inkontinenzform ist die Belastungsinkontinenz. Die Erschlaffung des Beckenbodens führt zu Lageveränderungen von Blase und Harnröhre. Hier erfolgt die Behandlung stufenweise: Zuerst ist ein intensives Beckenbodentraining erforderlich, danach ist eine medikamentöse Therapie möglich. Erst in einem weiteren Schritt ist die operative Korrektur sinnvoll. Bei einer hyperaktiven Blase ist die Behandlung mit einer Botox-Injektion geeignet. Bei der hyperaktiven Blase kommt es zu unwillkürlichen Kontraktionen des Blasenmuskels mit erhöhten Harndrang bei nicht gefüllter Blase oder auch zum Harnabgang. Außerdem besteht eine hohe Miktionsfrequenz. Für diese Probleme gibt es die Möglichkeit die hyperaktive Muskulatur der Blase mit Botox-Injektionen (Botulinumtoxin A) zu beeinflussen. Auf dieses Verfahren darf zugegriffen werden, wenn alternative Verfahren, wie z.B. die Gabe von anticholinergen Medikamenten, nicht wirken oder zu viele Nebenwirkungen verursachen. Das Botulinumtoxin wirkt hemmend auf die Nervenenden der Blasenmuskulatur und ruft somit eine Muskelentspannung hervor. So kann die Blase über einen längeren Zeitraum mehr Urin speichern ohne einen Harndrang zu verursachen. Die Botoxbehandlung der Blase muss, wie die Faltenbehandlung mit Botox auch, alle 6-12 Monate wiederholt werden, da das Botulinumtoxin A von Körper abgebaut wird. Die Behandlung wird nur bei schwerer Erkrankung mit einer hyperaktiven Blase als Folge von der GKV übernommen.



Autor: ÄGGP

Fakten

Indikation

Eignet sich für Patienten mit hyperaktiver Blase ohne spezielle Ursache, die keine Medikamente einnehmen wollen oder unter den Nebenwirkungen von nervenhemmenden Medikamenten leiden.

Risiken

Die Injektion birgt das Risiko einer Blasenwandverletzung und ein Infektionsrisiko.

Alternativen in der GKV

Anticholinergika

Kosten

Die Kosten für die Behandlung betragen ca. 100,- Euro.

Qualifikation des Anbieters

k.A.

Unser Kommentar

Nicht jeder gesteigerte Harndrang muss sofort medikamentös behandelt werden. Alternativ kann eine lokale Elektrotherapie oder eine lokale Östrogenbehandlung in Kombination mit Blasentraining erfolgreich sein.

Der Wirksamkeitsnachweis dieser FGL ist nicht durch Studien belegt. Diese FGL wird aber von Experten empfohlen bzw. nicht abgelehnt.