Burnout-Prävention

Beschreibung

Das Burnout-Syndrom schleicht sich langsam ein. Deshalb erkennen es Betroffene oft erst, wenn sie bereits an einem Burnout erkrankt sind. An Burnout Erkrankte leiden unter einer starken geistigen, körperlichen und seelischen Erschöpfung. Das Burnout-Syndrom ist als Berufskrankheit nicht anerkannt. Typischerweise wollen die Betroffenen anderen helfen, geben viel in ihrer Arbeit, leiden aber darunter, für ihren Einsatz zu wenig Anerkennung, Lob und Bestätigung zu bekommen.
Ebenfalls gefährdet, an Burnout zu erkranken, sind Menschen, die sich in erster Linie über ihre Arbeit definieren und andere Werte, wie Familie und Freizeitgestaltung, als nebensächlich betrachten. Ihnen fehlt der notwendige Ausgleich zu ihrer Stressbelastung, dem Frust und den Problemen, die sie am Arbeitsplatz erleben.
Das Gefährliche am Burnout ist, dass sich diese Erkrankung - wie eine Alkoholerkrankung - schleichend und in Phasen entwickelt. Die Betroffenen gelangen erst nach Jahren der Überarbeitung an den Punkt, wo nichts mehr geht, der Akku leer ist und sie komplett erschöpft und ausgelaugt sind. Es fehlt die Kraft zum leben. Der Wille, zu arbeiten, ist vielleicht noch da, Körper, Psyche und Geist versagen jedoch ihren Dienst. Burnout ist keine für sich isolierte Erkrankung. Sie ist meist mit anderen psychischen, körperlichen oder sozialen Krankheiten verbunden, die einer Behandlung im GKV Bereich bedürfen.
Es gibt die Möglichkeit, eine Burnout Gefahr gemeinsam mit einem dafür ausgebildeten Therapeuten zu erkennen und dem Burnout vorzubeugen. Dabei steht im Vordergrund der Präventionsmaßnahme Warnsignale frühzeitig erkennen zu können und die Bewältigungskompetenz des Arbeitnehmers zu stärken. Da das Burnout-Syndrom eng mit Stressreaktionen verbunden ist, sollten frühzeitig richtige Entspannungsverfahren erlernt werden (Siehe auch FGL Autogenes Training und Progressive Muskel Relaxation). Hierbei steht das Erlernen der Fähigkeit, einen positiven Einfluss auf die psychische und körperliche Verfassung zu nehmen im Mittelpunkt. Methodisch erfolgt die Prävention durch eine Besprechung von Wahrnehmung und Empfindung. Außerdem durch praktisches Training von Stressreduktionsmethoden, dem Autogenen Training sowie der Progressiven Muskel Relaxation.



Autor: Dr. med. Jochen Timmermann

Fakten

Indikation

Menschen in stressintensiven Berufsgruppen, Berufstätige mit hohem Zeitdruck und geringem Entscheidungsspielraum sowie Menschen mit besonderen privaten Belastungen.

Risiken

Keine

Alternativen in der GKV

Ja, wird bezuschusst, wenn entsprechende Voraussetzungen erfüllt sind.

Kosten

Der Kostenrahmen bei 10 Sitzungen liegt in der Regel bei 30,- Euro je Sitzung, dies ist allerdings individuell unterschiedlich.

Qualifikation des Anbieters

Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik

Psychologische Psychotherapeuten mit Qualifikationsnachweis zur Psychotherapie

Heilpraktiker sowie Heilpraktiker für Psychotherapie

Unser Kommentar

Der Begriff des Burnout Syndroms gilt im engeren Sinne nicht als Krankheit sondern als Problem der Lebensbewältigung. Es handelt sich um eine körperliche, geistige und emotionale Erschöpfung auf Grund beruflicher oder privater Überlastung bei der Lebensgestaltung. Erstmalig wurde der Begriff in den 1970er Jahren in Amerika benutzt. Hier im Zusammenhang mit Pflegeberufen. Später wurde der Begriff Burnout auch auf andere Berufsgruppen wie Politiker, Wissenschaftler und Leistungssportler ausgeweitet.
In grundlegenden Arbeiten aus den Jahren 1974 und 1976 von H. Freudenberger und Ch. Maslach wird das Burnout Syndrom als Reaktion auf chronische Stressoren im Beruf beschrieben. Sie beschreiben drei Dimensionen des Burnout Syndroms:
1.eine überwältigende Erschöpfung durch fehlende emotionale und körperliche Energie als persönlicher Aspekt.
2.Gefühle des Zynismus und der Distanziertheit von der beruflichen Aufgabe als zwischenmenschlicher Aspekt.
3.ein Gefühl der Wirkungslosigkeit und verminderter Leistungsfähigkeit als Aspekt der Selbstbewertung.
Heute wird der Begriff Burnout sehr allgemein für Stress benutzt. Manche Psychiater halten den Begriff sogar für eine Modediagnose, die die Gefahr der Verkennung einer Depression bedeuten kann.

Der Wirksamkeitsnachweis dieser FGL ist nicht durch Studien belegt. Diese FGL wird aber von Experten empfohlen bzw. nicht abgelehnt.