GDx-Scanning-Laser-Polarimetrie der Nervenfaserschicht der Netzhaut

Beschreibung

Die Netzhaut ist eine spezialisierte Nervenschicht des hinteren Augenpols (innen), die das einfallende Licht in Nervenimpulse umwandelt, um diese dann über den Sehnerv an das Gehirn weiterzuleiten. An einer Stelle des hinteren Augenpols tritt der gebündelte Sehnerv in das Auge ein und geht in die Nervenfasern der Netzhaut über. Dieser Austrittspunkt wird Papille genannt. Ein weiterer Punkt der Netzhaut ist der sogenannte gelbe Fleck (Makula), welcher als Ort des schärfsten Sehens gilt. Viele Erkrankungen führen, mit zunehmendem Alter, entweder zu einer Degeneration der Papille oder der Makula, bzw. können beide Gebiete gleichzeitig schädigen. Jegliche Schädigungen der Sehnerven in der Papillenregion werden als Glaukom bezeichnet, dessen Ursache meist auf einen zu hohen Augeninnendruck zurückzuführen ist. Fließt das Kammerwasser des Auges über die spezialisierten Transportsysteme des Auges (Trabekel) nicht mehr richtig ab oder wird von den Ziliarkörpern zu viel Kammerwasser produziert, erhöht dies u.a. den Augeninnendruck. Bei einer verspäteten Diagnose können die hier beschriebenen Veränderungen bis zur Erblindung führen. Eine zusätzliche, dreidimensionale, Diagnostik der Netzhaut wird von der GKV nicht übernommen. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten der dreidimensionalen Netzhautuntersuchung, zur besseren Darstellung von Veränderungen der Netzhaut, die subjektiv noch gar nicht spürbar sind, da dafür bereits über die Hälfte der Nervenfasern verloren gegangen sein müssen. Bei der Untersuchung der Netzhaut und des Sehnervenkopfes, mittels einer GDx-Scanning-Laser-Polarimetrie, kann die Nervenfaserschicht der Netzhaut, in zwei Sekunden pro Auge, genauestens untersucht werden. Das Prinzip basiert auf der spezifischen Reflektion von Licht, bei unterschiedlicher Dicke der Nervenfasern. So ergibt sich am Ende ein Bild, welches genau aufzeigt, an welcher Stelle der Netzhaut bereits Fasern verloren gegangen sind. Die Untersuchung kann bereits früh Schäden aufdecken und eine Prävention, sowie die Behandlung eines bisher unentdeckten Glaukoms ermöglichen. Die Untersuchung sollte alle ein bis zwei Jahre wiederholt werden.



Autor: ÄGGP

Fakten

Indikation

Patienten höheren Alters und mit bekannten Risikofaktoren, wie chronisch erhöhtem Augeninnendruck oder einem Diabetes mellitus.

Risiken

Keine

Alternativen in der GKV

Spaltlampenuntersuchung, Fingerperimetrie (Gesichtsfelduntersuchung).

Kosten

Die Kosten für die Untersuchung müssen individuell erfragt werden.

Qualifikation des Anbieters

k.A.

Unser Kommentar

Die Messung des Augeninnendrucks allein führt dazu, dass knapp die Hälfte der Glaukomerkrankungen übersehen oder zu spät erkannt werden. Außerdem können Verlaufsbeurteilungen der Erkrankung kaum erfolgen.