12.04.2019

Gibt es eine Diät, die vor Demenz schützt?

 

Immerhin gelte: „Eine ausgewogene mediterrane Ernährung kann einen Beitrag dazu leisten, das Risiko für Demenz zu senken.“ Nöthlings zeigte Ergebnisse aktueller Studien, die nahelegen, dass ein hoher Fischkonsum dem Verlust kognitiver Fähigkeiten im Alter vorbeugen könnte. „Welche Inhaltsstoffe des Fisches dafür verantwortlich sind, ist allerdings noch unbekannt“, sagte sie. „Die Studienlage zu Omega-3-Fettsäuren ist unklar.“

 

Mit viel pflanzlicher Nahrung, wenig Fleisch länger geistig fit?

Schon 2014 lebten 1,5 Millionen Menschen mit demenziellen Erkrankungen in Deutschland, so Nöthlings. Und es werden immer mehr: Im Jahr 2016 waren Demenzerkrankungen der fünfthäufigste Auslöser dauerhafter Behinderungen. Kein Wunder, dass immer mehr Studien einzelne Lebensmittel und komplette Ernährungsmuster auf ihre potenziell protektive oder lindernde Wirkung hin testen.

Nöthlings stellte die Ergebnisse aus der neuesten großen Publikation zum Thema dar: Das Anfang 2018 veröffentlichte Statement on Diet, Cognitive Impairment and Dementia des Scientific Advisory Committee on Nutrition (SACN) aus Großbritannien stellt zentrale Ergebnisse internationaler Studien vor. „Mediterrane Ernährung ist vermutlich invers mit dem Risiko für demenzielle Erkrankungen assoziiert“, übersetzte Nöthlings das Fazit der Autoren und ergänzte: „Die Evidenz basiert derzeit vorwiegend auf Beobachtungsstudien.“

Der Begriff mediterrane Ernährung steht dabei für einen Speiseplan mit:

  • viel Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Cerealien,

  • wenig Milchprodukten und Fleisch,

  • viel Fisch,

  • mehr einfach ungesättigten als gesättigten Fettsäuren, z. B. aus Olivenöl,

  • regelmäßigem, aber moderatem Alkoholkonsum, vor allem von Wein.

Die Autoren verweisen darauf, dass die Speisepläne, die die Teilnehmer diverser Studien hatten, durchaus Unterschiede aufwiesen. So gab es mal Pluspunkte für den Konsum von Getreideprodukten, mal nur für jenen von Vollkorn. Manche Studien sahen den übermäßigen Verzehr von jedem Fleisch als potenziell schädlich an, andere nur jenen von rotem bzw. verarbeitetem Fleisch.

Blattgemüse scheint schützen zu können, doch welches ist am besten?

Nöthlings informierte über weitere neue Publikationen zum Thema. Eine im Jahr 2017 publizierte Metaanalyse aus 9 Kohortenstudien mit insgesamt 34.168 Teilnehmern überprüfte die Assoziationen zwischen mediterraner Ernährung und kognitiven Fähigkeiten bzw. demenziellen Erkrankungen in einem Follow-up-Zeitraum von 2 bis 12 Jahren.