Große Krebsvorsorge für Frauen: Klinische Untersuchung, einschließlich Untersuchung von Urin und Vaginalsekret, Blutuntersuchung und Ultraschalluntersuchung der Organe des kleinen Beckens und der Nieren

Beschreibung

Karzinome der Beckenorgane bleiben häufig sehr lange beschwerdefrei und werden erst spät entdeckt. Oftmals werden dann bereits Metastasen in den Lymphnoten und Nachbarorganen gefunden. Grundsätzlich besteht die gesetzliche Krebsvorsorge bei einer Frau lediglich aus der Entnahme eines Abstriches aus dem Gebärmutterhalskanal zur zytologischen Untersuchung, aus einer Palpation (Tastuntersuchung) der Brust und des inneren Genitales (Eierstöcke und Gebärmutter) sowie einer Messung des Blutdrucks. Ab dem 50. Lebensjahr erfolgt zusätzlich ein Stuhltest auf okkultes Blut. Um eine wirklich umfassende Krebsvorsorge zu gewährleisten, sollte eine Reihe von weiteren Untersuchungen durchgeführt werden, damit bei einer Erkrankung eine rechtzeitige Therapie und erfolgreiche Heilung möglich ist. Zu diesen Untersuchungen zählen unterschiedliche Ultraschalluntersuchungen wie der transvaginale Ultraschall zur Früherkennung von Gebärmutterhöhlenkrebs (Corpuskarzinom). Hier sind besonders Frauen während der Wechseljahre betroffen. Der Ultraschall zeigt Veränderungen an der Schleimhaut in der Gebärmutter, ehe Warnzeichen wie Blutungen auftreten. Die Darstellung unauffälliger Eierstöcke schließt für den Moment einen Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) aus. Die Eierstöcke sind nur bei schlanken Frauen gut tastbar. Der Brustultraschall (Mammasonographie) zur Früherkennung von Brustkrebs ist der Mammographie nahezu ebenbürtig und bei jüngeren Frauen mit dichtem Drüsenkörper sogar überlegen. Weiterhin kann ein Labortest auf Chlamydien durchgeführt werden bei Frauen über 25 Jahren. Die Chlamydieninfektion ist oft symptomlos, kann aber für eine gestörte Fertilität (Fruchtbarkeit) verantwotlich sein oder zur Früh- oder Fehlgeburten und Herzinfarkten führen. Eine umfassende Urinuntersuchung gehört ebenso zur erweiterten Krebsvorsorge. So ist zum Beispiel Blut im Urin nicht unbedingt sichtbar, kann aber ein wichtiger Hinweis für ein Blasen-, Harnleiter- oder Nierenkarzinom sein.



Autor: ÄGGP

Fakten

Indikation

Frauen, die eine möglichst umfangreiche Krebsvorsorge wünschen, eventuell bei bekannten Erkrankungen der Beckenorgane in der Familie.

Risiken

Die Untersuchungen sind nicht mit Risiken verbunden.

Alternativen in der GKV

Nein

Kosten

Die Kosten betragen je nach Anbieter ca. 50,00 - 80,00 Euro.

Qualifikation des Anbieters

k.A.

Unser Kommentar

Die Ultraschalluntersuchung des inneren Genitale ist pratisch nur für den Istzustand, besonders der Eierstöcke, aussagefähig. Eine Früherkennung von Eierstockskrebs wird nach Meinung der Experten damit aber nicht gewährleistet. Noch ein Hinweis zum Brustultraschall ,dieser eignet sich auch als Intervalluntersuchung zwischen zwei Screening-Mammographien für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren.

Der Wirksamkeitsnachweis dieser FGL ist nicht durch Studien belegt. Diese FGL wird aber von Experten empfohlen bzw. nicht abgelehnt.