Kernspintomographische Ausschlussdiagnostik außerhalb der GKV-Leistungspflicht auf Wunsch des Patienten

Beschreibung

Bei der Diagnostik von Erkrankungen wird in der Regel leitliniengerecht vorgegangen. Das bedeutet, dass ein Patient mit bestimmten Symptomen zunächst ausführlich dazu befragt wird (Anamnese). Dabei geht der erfahrene Arzt bereits erste Möglichkeiten durch, welche Erkrankungen theoretisch zu dieser Symptomatik und den dazugehörigen Risikofaktoren des Patienten passen würden (Differenzialdiagnsotik). Anschießend können die Vermutungen mit der körperlichen Untersuchung teilweise noch etwas eingegrenzt werden. So ist zum Beispiel eine Lungenentzündung ohne Fieber und hörbar freier Lunge eher unwahrscheinlich. Der nächste Schritt sind die technisch gestützten Untersuchungen. Hier wird, je nach der Erkrankung, die der Arzt vermutet, von den Leitlinien vorgegeben welche Diagnosemittel am sinnvollsten sind. So ist z.B. ein Computertomogramm bei Verdacht auf eine Lungenentzündung als erster Schritt sogar ein ärztlicher Fehler, weil dafür häufig ein Röntgenbild, mit weniger Strahlenbelastung für den Patienten, völlig ausreichend ist. Es gibt allerdings Erkrankungen, die die erschweren Diagnosen, da sie die Diagnostik anhand ihrer untypischen Symptome in eine falsche Richtung lenken. Ist ein Patient extrem besorgt und besteht trotz fehlender Indikation auf eine erweiterte Diagnostik zum Beispiel dem Wunsch nach einem Kernspinntomogramm (MRT), müssen die Kosten dafür selbst getragen werden. In der Regel ist es aber eher anzuraten eine Zweitmeinung einzuholen, bevor man sich eigenständig für eine kostenintensive Kernspintomographie (MRT) Untersuchung entschließt.

 



Autor: ÄGGP

Fakten

Indikation

Patienten, die der diagnostischen Methodik ihres Arztes nicht unbedingt vertrauen oder vielleicht eine größere Sicherheit zum Ausschluss von schweren Erkrankungen, z.B. der Lunge, wünschen.

Risiken

Patienten mit Herzschrittmacher dürfen kein MRT erhalten.

Alternativen in der GKV

Nein

Kosten

Die Kosten belaufen sich, je nach Körperregion und Umfang der Untersuchung, auf ca. 250,00 – 500,00 Euro.

Qualifikation des Anbieters

k.A.

Unser Kommentar

Ein Vorteil der MRT gegenüber anderen bildgebenden Verfahren ist der bessere Weichteilkontrast. Sie resultiert aus der Verschiedenheit des Fett- und Wassergehaltes unterschiedlicher Gewebearten. Dabei kommt das Verfahren ohne schädliche ionisierende Strahlung aus. Eine weitere Verbesserung ergibt sich durch zwei Aufnahmeserien, ohne und mit Gabe von Kontrastmitteln, so werden z. B. durch eine intensivere Weißfärbung Entzündungsherde oder auch vitales Tumorgewebe besser erkannt.
Nachteile der MRT sind unter anderem :
- dass die Untersuchung im Vergleich zu anderen bildgebenden Verfahren oft zeitaufwändiger ist.
- dass es durch den geringen Durchmesser der Röhre, in die der Patient gefahren wird, zu Beklemmungs- und Angstgefühlen kommen kann. Mittlerweile gibt es jedoch auch Geräte mit einer etwas größeren Tunnelöffnung von 75 cm (statt 60 cm). Außerdem gibt es spezielle offene Geräte, die zwar eine etwas schlechtere Feldhomogenität aufweisen, dafür aber auch dem Arzt Zugriff gewähren, beispielsweise für MRT-geführte Biopsien.