Lymphdrainage außerhalb der GKV-Leistungspflicht

Beschreibung

Das Lymphsystem ist nicht nur für das Immunsystem unabdingbar. Es ist neben dem Blutkreislauf das größte Transportsystem des Körpers. Die Lymphe ist eine Flüssigkeit, die sich aus Immunzellen, Wasser und Abbauprodukten des Körpers zusammensetzt. Sie passiert im Lymphkreislauf zahlreiche Lymphknotenstationen, in denen die Immunzellen ihren Speicherort finden. Häufig ist die Lymphe auch ein Transportsystem für Krebszellen, die über diesen Weg die Lymphknoten und andere Organe befallen können. Deshalb werden bei vielen Krebsoperationen die Lymphknoten in diesem Gebiet prophylaktisch oder bei Befall, entnommen. Dies kann ein Grund sein, weshalb anschließend der Lymphabfluss erschwert ist. Die Folge eines erschwerten Lymphabflusses, unabhängig von der Ursache, sind Schwellungen der entsprechenden Extremität, sogenannte Lymphödeme. Dabei gelangt die nicht abtransportierbare Lymphe in das umliegende Gewebe. Weitere Ursachen für die Ödembildung können auch wenig Bewegung und damit der Wegfall der Muskelpumpe, vor allem bei Beinödemen, sein. Die Lymphabflussstörung lässt sich manuell durch die Lymphdrainage vermindern. Dabei massiert der Therapeut sanft die entsprechenden Gebiete und erleichtert, durch die mechanische Einwirkung von außen, den Abtransport der, sich im Gewebe befindenden, Lymphe. Die Krankenkassen erstatten die Lymphdrainage in einem vorgeschriebene Umfang. Für viele Patienten reicht die Verschreibung von sechs Lymphdrainagesitzungen (Standard) allerdings nicht aus, um einen kontinuierlichen Lymphabfluss zu gewährleisten. Um eine zu große Pause zur nächsten Möglichkeit der Verschreibung zu vermeiden, gibt es die Möglichkeit, in Absprache mit dem Arzt weitere Lymphdrainagen als Selbstzahlerleistung zu erhalten.



Autor: ÄGGP

Fakten

Indikation

Patientinnen die mehr Lymphdrainagesitzungen benötigen, als die GKV finanziert.

Risiken

Für Patienten mit einer Herzschwäche, Thrombose oder Entzündungen in der Extremität ist eine Lymphdrainage kontraindiziert.

Alternativen in der GKV

Ja, Lymphdrainagen auf Rezept in größeren Abständen.

Kosten

Die Kosten betragen je Sitzung ca. 15,- Euro.

Qualifikation des Anbieters

Fachärzte für Physikalische Therapie

Staatlich anerkannte Physiotherapeuten

Unser Kommentar

Eine Limitierung des Behandlungsumfangs ist bei den, meist schweren Erkrankungen, unverständlich. Nach Überwindung der Grunderkrankung können auch nach Jahren noch Lymphdrainagen hilfreich sein, notfalls auch als Freie Gesundheitsleistung.

Der Wirksamkeitsnachweis dieser FGL ist durch Studien belegt.