Manualtherapeutischer Eingriff zur Behandlung des Lagerungsschwindels

Beschreibung

Das Ohr stellt zusammen mit dem Kleinhirn die Grundlage für den Gleichgewichtssinn dar. Das Innenohr registriert die Körperposition und die Beschleunigungsbewegungen. Dafür sind spezifische Flüssigkeiten (Endolymphe und Perilymphe), die in drei unterschiedlich ausgerichteten Bogengängen in Bewegung versetzt werden, verantwortlich. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Gleichgewichtsorgans sind die Otolithen (Ohrsteine). Diese sitzen jeweils am Ende der drei Bogengänge und verschließen die flüssigkeitsgefüllten Bogengänge gegeneinander. Gerät die Flüssigkeit in Bewegung werden über die Auslenkung kleiner Haarzellen die Impulse an den Gleichgewichtsnerven zum Gehirn weitergeleitet. Beim benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel handelt es sich um einen Schwindel, der durch die Ablösung der Otolithen in den Bogengängen im Innenohr verursacht wird. Die Steine lösen sich meist ohne erkenntliche Ursache aus ihrer Verankerung und stören so Gleichgewichtssinn. Durch die freie Bewegung in der Flüssigkeit der Bogengänge wird ein Sog ausgeübt, der die Bogengangsrezeptoren reizt und dadurch dem Gehirn Bewegungen mitgeteilt werden, die von anderen Sinnessystemen nicht gemeldet werden. Durch die widersprüchlichen Informationen für das menschliche Gehirn entsteht der Schwindel. Hinzu kommen Symptome wie Übelkeit und Brechreiz. Wichtig ist bei dieser Schwindelform, dass die Schwindelattacken lagerungsabhängig auftreten, da sich die Steine im Bogengang bewegen. Auf diesem Mechanismus beruht auch die gängigste Therapieform des paroxysmalen Schwindels. Das Befreiungsmanöver nach Epley ist ein Verfahren, bei dem der Kopf in Tieflage in einer bestimmten Reihenfolge so hin und her gewendet wird, dass die Steine aus den Bogengängen entfernt werden und eine Ruheposition einnehmen können. So kann bei richtiger Durchführung der Schwindel unterbrochen werden. Da es sich allerdings um eine chronische Instabilität der Otolithen handelt, ist die Gefahr einer erneuten Ablösung sehr hoch. Deshalb wird den Patienten das Manöver beigebracht, so dass sie es jederzeit allein zu Hause durchführen können. Wer mit der Technik zu wenig vertraut ist oder es allein nicht erreichen kann, den Schwindel zu stoppen, kann die Hilfe durch einen Therapeuten in Anspruch nehmen. Der Therapeut führt in diesem Falle die Prozedur für den Patienten passiv durch.



Autor: ÄGGP
 

Fakten

Indikation

Patienten mit benignem paroxysmalen Lagerungsschwindel.

Risiken

Keine

Alternativen in der GKV

Nein

Kosten

Für die Prozedur fallen Kosten von ca. 35,- Euro an.

Qualifikation des Anbieters

k.A.

Unser Kommentar

Man muss zwischen Lage und Lagerungsschwindel unterscheiden. Nicht jeder Schwindel entsteht auf die oben beschriebene Weise, deshalb muss die Ursache für Schwindel abgeklärt werden. Erst nach einer Diagnose kann eine gezielte Therapie erfolgen.

 

 

 


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