Manuelle Aknebehandlung und Ausreinigung

Beschreibung

Akne ist ein Überbegriff verschiedener Erkrankungsbilder der Talgdrüsen (Verhornungsstörung), vor allem im Gesicht und stammbetont. Akne kann durch Hormone, Sonneneinstrahlung (Mallorcaakne), durch Kosmetika, Kontaktstoffe (z.B. Teer, Öl) oder ohne genaue Ursache (Akne inversa) auftreten. Die häufigste Form der Akne ist die Akne vulgaris, die bei 70 bis 95% aller Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren auftritt. Dabei handelt es sich um eine, durch männliche Sexualhormone (Androgene) ausgelöste, Stimulation der Talgdrüsen und Haarfollikel, die zunächst nicht entzündliche Komedonen (Mitesser) produzieren, welche sich dann über die Zeit in Hautbilder wie Pusteln, entzündliche Papeln und Knoten mit möglicher Narbenbildung umwandeln können. Bei den meisten Jugendlichen erfolgt mit Abschluss der Pubertät eine Spontanheilung, ca. 7% behalten allerdings starke Narben zurück. In einigen Fällen benötigen die Patienten eine medikamentöse Therapie bei aktiver Akne, die von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird. Soll zusätzlich eine kosmetische, manuelle  Aknebehandlung  erfolgen, müssen die Kosten selbst getragen werden. Es gibt hierbei nach entsprechender Beratung und Untersuchung durch den Dermatologen unterschiedliche Möglichkeiten, die verschiedenen Akneformen zu behandeln bzw. deren Voranschreiten aufzuhalten. Bei der manuellen Aknebehandlung können externe kosmetische Produkte aufgetragen werden, eine Aknemassage angewandt werden, Heißluftbehandlungen, feuchte Kompressen, Dampf und kleine Einstiche  zur Entfernung des Inhalts der Hautstellen, sowie eine Behandlung der Pusteln erfolgen. Außerdem können spezielle Gesichtsmasken angewendet werden. Durch die Behandlung werden u.a. Verhornungsstörungen im Talgdrüsenausführungsgang beseitigt, die einen Auslöser der Akne und somit weiterer Hauterscheinungen wie Eiterpusteln, Knoten und letztlich Narben darstellen. Weitere Therapiemaßnahmen zur Behandlung verschiedener Akneformen werden unter "Fruchtsäure-Peeling" und "Chemical Peeling"  beschrieben.

Weiterführende Literatur und Quellen:

- Kunze B (2015): Manuelle Akne-Therapie und Ausreinigung von Akne-Effloreszenzen. In: Kardorff B (ed) Selbstzahlerleistungen in der Dermatologie und der ästhetischen Medizin. Springer Berlin Heidelberg, pp 579–585    DOI: 10.1007/978-3-662-43427-7_53

- Kunze B (1999) Aknebehandlung. Hippokrates

- Wolff JE, Jr (2004) Maintenance Therapy for Acne vulgaris: The fine balance between efficacy, cutaneous tolerability, and adherence. SKINmed, Dermatology for the clinician 03



Autor: ÄGGP, Dr. med. Bernd Kardorff (BVDD), Mönchengladbach

Fakten

Indikation

Patienten, die unter der Aktivität ihrer Akne leiden und zusätzlich oder alternativ zur medizinischen Behandlung  ihr Hautbild verbessern wollen. Hierbei geht es um leichtere Formen der Akne.

Risiken

Es bestehen keine speziellen Risiken. Eine Rötung der behandelten Haut ist für ein paar Stunden bis zu zwei Tagen möglich.

Alternativen in der GKV

Behandlung der Akne conglobata zu Lasten der GKV. Zur Behandlung der milderen Akneformen wie Akne papulopustulosa werden Schälcremes sowie innere und äußere Antibiotika eingesetzt. Eine gründliche Ausreinigung und manuelle Akne-Therapie ist jedoch nicht Bestandteil des Leistungskatalogs der GKV. 

Kosten

Die Kosten für die Beratung inkl. Untersuchung betragen ca. 20,00 Euro.- Auftragen von Externa ca. 20,00 Euro - Aknemassage ca. 7,00 Euro - Aknepackung ca. 4,00 Euro - Heißluftbehandlung ca. 4,00 Euro - Behandlung von Aknepusteln ca. 10,00 Euro - Zusätzlich Materialkosten für z.B. spezielle Anti-Akne-Gesichtsmasken. 

Qualifikation des Anbieters

k.A.

Unser Kommentar

Die Erkrankung ist hinlänglich bekannt, oft beschrieben und oft zur unpassendsten Zeit aktiv - wenn man an die Pubertät und ihre Besonderheiten denkt. Trotzdem gibt es noch immer Vorurteile und Irrtümer, die bei wikipedia schön in einer Tabelle dargestellt sind: „Akne ist ein Zeichen mangelnder Körperhygiene.“ Akne kann nicht als Mangel der persönlichen Hygiene angesehen werden, so verbessert ständiges Waschen das Hautbild in der Regel nicht. Im Gegenteil – durch zu häufiges Waschen wird der Säureschutzmantel der Haut beschädigt, so dass sich die Krankheit verschlechtern könnte. Daher sollten Betroffene sich nur maximal zweimal täglich mit einem pH-hautneutralen (pH-Wert 5,5) Hautreinigungsmittel waschen. „Sexuelle Gedanken und Handlungen führen zu Akne.“ Zwar manifestiert sich die pubertäre Akne oft zeitgleich mit dem Erwachen der Sexualität, jedoch entspricht es einem groben Missverständnis endokrinologischer Hintergründe, die Hauterkrankung als Folge sexueller Gedanken und Handlungen zu verstehen. „Mitesser und Pickel sollte man ausdrücken.“ Das „Ausdrücken“ der Akne-Effloreszenzen ist keine sinnvolle Alternative zur medikamentösen Therapie, es sollte nur in Ausnahmefällen und durch geschultes Personal vorgenommen werden. Bei unsachgemäßer Durchführung drohen die Ruptur des Follikels bzw. die Vergrößerung der Wunde, Abszessbildung, Schmierinfektionen und zusätzliche Narben. „Akne wird von Nahrungsmitteln verursacht, die der Körper nicht verträgt.“ Die Akne ist weder Symptom einer Allergie noch Symptom einer Nahrungsmittel-Intoleranz. „Akne ist erblich.“ Die Acne vulgaris ist eine multifaktorielle Erkrankung mit genetischer Prädisposition. Das heißt: Vererbt werden können disponierende Faktoren für die Erkrankung wie die Seborrhö und die Beschaffenheit der Talgdrüsen, nicht die Akne selbst. Man geht von einem polygenen, autosomal-dominanten Erbgang mit unterschiedlicher Penetranz aus. 

Der Wirksamkeitsnachweis dieser FGL wird von Experten bestätigt.