Nikotinentwöhnung -Gruppentherapie

Beschreibung

Eine der häufigsten Suchterkrankungen weltweit ist die Abhängigkeit von Nikotin. Diese Form der Sucht beinhaltet sowohl eine psychische wie auch, in gewissem Maße, eine körperliche Abhängigkeit. Wird Nikotin in Form von Tabakrauch inhaliert, entfaltet es seine Wirkung im Gehirn nach ca. 10-20 Sekunden. Die Substanz bewirkt einen schnelleren Herzschlag und eine Verengung der peripheren Blutgefäße. Das führt zu einer Blutdruckerhöhung und fördert die Dopamin und Serotoninausschüttung im Gehirn (Botenstoffe). Außerdem werden die Magensaftproduktion und die Darmtätigkeit angeregt. Auf Auf der Grundlage der erhöhten Dopaminausschüttung basiert auch die Entstehung einer Nikotinsucht. Eine Sucht wird meist erst dann vom Patienten bemerkt, wenn man auf dieses Suchtmittel für eine gewisse Zeit verzichtet. Dies äußert sich dann, je nach Substanz oder Tätigkeit, sehr unterschiedlich. Bei einer Nikotinabhängigkeit können unterschiedliche Entzugssymptomatiken auftreten. Diese können sich zum Beispiel in einer inneren Unruhe und dem ständigen Drang nach einer Zigarette, bis hin zu Magen-Darm Problemen, äußern. Die Folgen eines chronischen Nikotinkonsums werden in den Medien relativ stark propagiert und sind den meisten Rauchern bekannt. Es ist belegt, dass bis zu 80%, der an Lungenkrebs erkrankten Patienten, starke Raucher waren. Auch die Todesursache Nummer 1, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen, werden maßgeblich durch den Nikotinkonsum beeinflusst Deshalb ist es unter allen Umständen ratsam, mit dem Rauchen aufzuhören. Wer es nicht allein schafft, die Sucht nach Nikotin einzudämmen, kann sich für eine Therapie in der Gruppe entscheiden. Diese hat das Ziel des Austauschs mit Betroffenen über das Rauchen und Wege aus der Nikotinabhängigkeit. Außerdem werden den Teilnehmern Informationen zu organischen und seelischen Zusammenhängen, sowie deren Folgen, vermittelt. Weiterhin geht es um den Umgang mit Suchtpotential und der Verhinderung von einer Suchtverlagerung.
Weitere Themeninhalte sind:
- Die Besprechung der Alltagsgewohnheiten („In welchen Situationen wird geraucht? Feierabend, Belohnung, Aufregung,...“)
- Alternativen, Zukunftsgewinn, Vorteile des Nichtrauchens
- Modellverhalten von Anderen (positive und negative Beispiele von Menschen, die mit dem Rauchen aufgehört haben)
Als zusätzliche Maßnahme können ggf. auch Arztneimittel, die dem Nikotinersatz dienen, eingesetzt werden.



Autor: Dr. Anna Goeldel

Fakten

Indikation

Für Menschen, die von Nikotin abhängig sind und auf die Wirkung der Gruppendynamik vertrauen.

Risiken

Es kann phasenweise zu einer Verschlechterung oder Veränderung der Symptomatik kommen. Ohne "Suchtmittel" können anfangs Spannungs-, Unruhe- oder Angstzustände auftreten. 
Eigen- und Fremdwahrnehmung werden geschärft. Dies kann zur Veränderung von familiären, partnerschaftlichen und freundschaftlichen Kontakten und zu beruflichen Veränderungen führen.

Alternativen in der GKV

Wird ggf. von der GKV bezuschusst.

Kosten

Abrechnung nach GOÄ (bis 2,3 facher Satz), meist 100 Minuten / Gruppe à 40,70 Euro.

Qualifikation des Anbieters

Ärztlicher Psychotherapeut, FA für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, FA für Psychiatrie und Psychotherapie, Ärzte mit Zusatzqualifikation Suchtmedizin

Psychologische Psychotherapeuten mit Qualifikationsnachweis zur Psychotherapie

Heilpraktiker sowie Heilpraktiker für Psychotherapie

Unser Kommentar

Für viele Menschen ist es wesentlich leichter, in einer Gruppe mit dem Rauchen endgültig aufzuhören, als dies im Alleingang zu schaffen. Neben dem Entzug geht es aber auch um die Phase der Rückfallprophylaxe und Stabilisierung, in der sich Körper, Geist und Seele umstellen und neu orientieren können. Alle Raucher, die den dringenden Wunsch haben, Nichtraucher zu werden, aber auch Menschen, die gesundheitlich ernsthaft gezwungen sind, das Rauchen zu unterlassen (Erkrankung, Kinderwunsch), sollten sich über diese Therapieform informieren.

Der Wirksamkeitsnachweis dieser FGL ist nicht durch Studien belegt. Diese FGL wird aber von Experten empfohlen bzw. nicht abgelehnt.