Psychotherapie mit Richtlinienverfahren außerhalb der GKV-Leistungspflicht, z.B. durchgehend hochfrequente Psychotherapie oder über das Höchstmaß an Sitzungen hinaus (Einzel oder Gruppe)

Beschreibung

Derzeit übernimmt die GKV standardmäßig zwei Arten der psychotherapeutischen Verfahren: Die Verhaltenstherapie und die psychoanalytisch/tiefenpsychologischen Therapiemethoden. Hierfür werden außerdem eine Höchstanzahl an Wochenstunden, sowie eine maximale Anzahl an Gesamtsitzungen von den Krankenkassen festgelegt. Diese orientieren sich an der durchschnittlichen Erfolgsquote in der Bevölkerung, wobei schwere Fälle benachteiligt werden.
Einige Menschen benötigen aufgrund der Komplexität der Problematik, der Schwere der Traumata oder der Vielzahl von schweren Ereignissen und Krisen mehr Stunden pro Woche oder insgesamt mehr Therapiestunden als maximal von deren Kassen in den Richtlinien vorgesehen sind. Dies ermöglicht auch für solche Menschen eine Erfolg versprechende Behandlung, die nicht unterbrochen oder vorzeitig abgebrochen werden muss.
Die Behandlung erfolgt mittels wissenschaftlich anerkannter psychotherapeutischer Verfahren (tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Psychoanalyse), deren Umfang gesetzlich festgelegt wurde. Außerhalb der Kontingente werden die Therapien in der Regel nicht von den Ersatzkassen übernommen. Unter bestimmten Umständen ist eine hochfrequente oder längere Behandlung notwendig, die dann inhaltlich den Qualitätskriterien der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie bzw. Psychoanalyse entspricht.



Autor: Dr. Anna Goeldel

Fakten

Indikation

Patienten, die mit einer durchgehenden Sitzungsfrequenz von 4 bis 5 Sitzungen pro Woche auf eigenen Wunsch behandelt werden wollen.

 

Risiken

1. Es kann phasenweise zu einer Verschlechterung oder Veränderung der Symptomatik kommen.
2. Eigen- und Fremdwahrnehmung werden geschärft. Dies kann zur Veränderung von familiären, partnerschaftlichen und freundschaftlichen Kontakten und zu beruflichen Veränderungen führen.

Alternativen in der GKV

keine

Kosten

Abrechnung nach GOÄ (bis 2,3 facher Satz), meist 50 Minuten/ Sitzung à 92,50 Euro.
Abrechnung nach GOÄ (bis 2,3 facher Satz), meist 100 Minuten/ Gruppe à 40,70 Euro.
Dauer und Frequenz je nach Ziel und auftauchender Problematik.

Qualifikation des Anbieters

Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik

Psychologische Psychotherapeuten mit Qualifikationsnachweis zur Psychotherapie

Unser Kommentar

Es besteht in Ausnahmefällen die Möglichkeit einer Antragsstellung auf Frequenzerhöhung auf 4-5 Sitzungen pro Woche im Gutachterverfahren. Allerdings sieht das Richtlinienverfahren in der Regel nur eine maximale Sitzungsfrequenz von 3 Sitzungen pro Woche vor. Im Sinne einer Wunschleistung kann diese Erhöhung aber therapeutisch abgesprochen sinnvoll sein.

 Der Wirksamkeitsnachweis dieser FGL ist nicht möglich. FGL dieser Rubrik (z.B. Beratungen, Attestierungen) sind aber notwendig und sinnvoll.