Rheuma (Ganzkörperkältetherapie in Gruppen)

Beschreibung

Unter dem Begriff Rheuma versteht man eine Reihe von Erkrankungen, die alle mit einer entzündlichen Komponente einhergehen. In unterschiedlicher Art und Weise greift das Immunsystem bei rheumatischen Erkrankungen verschiedene Bereiche der Körpers an und es entstehen entzündliche Prozesse, die mit Schmerzen, Überwärmung, Rötung und Funktionseinschränkung von Gelenken (z.B. Rheumatoide Arthritis) oder Entzündungen von inneren Organen (z.B. Lupus erythematodes) einhergehen. Es besteht derzeit noch keine Möglichkeit diese Erkrankungen zu heilen. Der heutige Forschungsstand macht eine Schmerzlinderung und ein Aufhalten des Krankheitsprozesses vieler rheumatischer Erkrankungen allerdings möglich. So stehen, z.B. bei der Rheumatoiden Arthritis, diverse Medikamente und die physiotherapeutische Behandlung, zur Linderung der Symptome, zur Verfügung. Eine schmerzlindernde Ergänzung, z.B. vor dem Beginn der, teilweise sehr schmerzhaften, Physiotherapie, im akuten Rheumaschub, soll die Kältekammertherapie bieten. Diese wird allerdings nicht generell von der GKV übernommen. Bei der Kältekammertherapie gehen die Patienten in Badebekleidung für 1-3 Minuten in einen abgeschlossenen Raum mit einer Temperatur von -110 Grad Celsius. Um die empfindlichen Körperstellen zu schützen erhalten sie einen Mundschutz, dicke Socken und eine wärmende Kopfbedeckung. Dieses Verfahren soll die Immunzellen in ihrer Aktivität in den bestimmten Körperbereichen hemmen und so eine Physiotherapie erträglicher gestalten. Gleichzeitig soll die kurze Kälte, ähnlich der Kneipptherapie, eine immunstärkende Funktion hervorrufen. Die Erfolge der Behandlung konnten allerdings wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen werden.



Autor: ÄGGP

Fakten

Indikation

Patienten mit, sicher diagnostizierter, rheumatischer Erkrankung und u.U. auch degenerativer Gelenkserkrankung, die eine ergänzende Schmerztherapie zu den herkömmlichen Medikamenten wünschen.

Risiken

Durch die extreme Kälte besteht die Gefahr eines Kreislaufzusammenbruchs, weshalb Patienten mit Herzproblemen diese Therapie meiden sollten.

Alternativen in der GKV

Ja. Physiotherapie, medikamentöse Therapie und ggf. Operationen.

Kosten

Die Kosten für eine Kältekammersitzung betragen ca. 10,00 – 20,00 Euro.

Qualifikation des Anbieters

Facharzt für Physikalische Medizin, Orthopädie

Staatlich anerkannte Physiotherapeuten

Unser Kommentar

Die Erfahrungsberichte von Patienten, die in Kältekammern waren, sind überwiegend positiv. Die Schmerzlinderung ist deutlich spürbar. Das Immunsystem wird angeregt, der Tonus (Spannungszustand) der Muskulatur entspannt und die Muskulatur besser durchblutet. Leistungssportler nutzen die Kältekammern teilweise zur schnelleren Regeneration.