Tanz- und Bewegungstherapie

Beschreibung

Derzeit übernimmt die GKV standardmäßig zwei Arten der psychotherapeutischen Verfahren: Die Verhaltenstherapie und die psychoanalytisch/tiefenpsychologischen Therapiemethoden. Es gibt allerdings noch drei weitere große Gruppen, die dem Patienten möglicherweise zu einer Besserung der psychischen Verfassung verhelfen könnten. Diese Gruppen sind zum einen die systemische Psychotherapie, welche sich mit den systemischen Zusammenhängen eines Problems (z.B. den sozialen Strukturgeflechten) innerhalb der Familie auseinandersetzt, die humanistischen Therapieverfahren (z.B. Gesprächstherapie) und die komplementären Therapieverfahren. Zu den komplementären Therapieverfahren gehört auch die Tanz- und Bewegungstherapie. Diese Therapieform wird unter Umständen, aber nicht in allen Fällen, von der GKV übernommen. Die Tanztherapie entstammt den Zwanziger Jahren und wurde u.a. von Bühnentänzerinnen mitentwickelt. Das Prinzip der Tanztherapie beruht darauf, das Gefühlte in freien Bewegungen ausdrücken zu können. T. van Baaren sagte 1964 „ Der Tanz kann unmittelbare Äußerung dessen sein, was den Menschen innerlich bewegt.“ Viele Patienten leiden unter Problemen, die mit Stress assoziiert sind oder sind häufig sehr nervös. Die Bewegung kann den Körper wieder in einen ausgeglichenen Zustand versetzen. Sie dient vor allem der Selbstwahrnehmung des Körpers, da viele psychische Belastungen auch mit dem Gefühl der „Nicht-Existenz“ einhergehen. Durch die Analyse der Bewegung, Gestik und Mimik des Patienten während des Tanzes, versucht der Therapeut mehr über dessen Probleme zu erfahren, als dieser sie eventuell verbal ausdrücken kann. Die Tanzstile werden von der Improvisation bis hin zur Nachahmung individuell mit den Patienten zusammen festgelegt und gestaltet.



Autor: ÄGGP

Fakten

Indikation

Einsatz der Tanztherapie in der Sonderpädagogik, Paartherapie, bei Depressionen, Onkologie, Neurologie, in Suchteinrichtungen und der Psychosomatik. Die Indikation sollte zusammen mit dem Therapeuten gestellt werden.

Risiken

Keine

Alternativen in der GKV

Bei einer diagnostizierten psychischen Erkrankung erstattet die GKV teilweise die Kosten.

Kosten

Die Kosten pro Einheit in der Gruppe betragen ca. 17,- Euro. Einzelstunden werden mit ca. 40,- Euro pro Einheit berechnet.

Qualifikation des Anbieters

Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik

Psychologische Psychotherapeuten mit Qualifikationsnachweis zur Psychotherapie

Heilpraktiker sowie Heilpraktiker für Psychotherapie

Unser Kommentar

Entscheidend ist die Analyse der Bewegung durch einen erfahrenen Therapeuten.

Der Wirksamkeitsnachweis dieser FGL ist nicht durch Studien belegt. Diese FGL wird aber von Experten empfohlen bzw. nicht abgelehnt.