VEMP -vestibulär evozierte Potentiale

Beschreibung

Vestibulär evozierte myogene Potentiale sind ein Reflex des Gleichgewichtsorgans auf akustische Reize. Sie dienen der selektiven und seitenspezifischen Funktionsberstimmung des Sacculus.
Der Sacculus ist ein Teil des Gleichgewichtsorgans genau wie die Bogengänge und der Utriculus.
Sacculus ist für die vertikalen Beschleunigungen zuständig. Für die bewusste Orientierung ist neben dem Gleichgewichtsorgan auch die optische Kontrolle und ein allgemeines Körpergefühl erforderlich.
Zur Messung von VEMP werden spezifische Reize gesetzt. Diese lösen eine reflektorische Antwortz der Halsmuskulatur aus, die mit einem Elektromyogramm an dem Halmuskel Sternocleidomastoideus messbar ist.
Dieses Verfahren wird auch zur genauen Bestimmung einer Nervenentzündung des Gleichgewichtsnerven eingesetzt.
Die klinische Bedeutung der vestibulär evozierten myogenen Potenziale (VEMP) hat in den letzten Jahren zugenommen. VEMP sind inzwischen ein fester Bestandteil neurootologischer Untersuchungen zur Einschätzung des Funktionszustands der Otolithenorgane. Diese sind empfindlich auf niederfrequente akustische Stimuli. Bei einer Reizung kommt es zur Aktivierung der Rezeptoren in Sacculus und Utriculus. Über reflektorische Verbindungen können so myogene Potenziale unter der Voraussetzung einer tonischen Aktivierung der entsprechenden Muskeln erfasst werden.
Der vestibulocollische (sacculucollische) Reflex verläuft von den Otolithenorganen über zentrale Verschaltungen zum ipsilateralen (auf der selben Körperseite gelegenen) M.sternocleidomastoideus.
Myogene Potenziale können hier mittels der sog. zervikalen VEMP (cVEMP) abgeleitet werden. Der vestibulooculäre Reflex kreuzt nach kontralateral zu extraokulären Augenmuskeln. Okuläre VEMP (oVEMP) werden periokulär, vorzugsweise über dem M.
obliquus inferior abgeleitet.
Für die Stimulation werden überschwellige Luftleitungsreize und vibratorische Knochenleitungsstimuli eingesetzt.



Autor: ÄGGP
 

Fakten

Indikation

zur Funktionsdiagnostik des Sacculus bei Schwindel

Risiken

•nicht physiologische Stimulation (Tone burst)
•Ja/nein Antwort
•Keine Standardisierung
•Hohe Variabilität
Feedback Methode: signifikant kleinere
Amplitudenvariabilität

Alternativen in der GKV

keine

Kosten

30-120 €

Qualifikation des Anbieters

HNO-Facharzt

Unser Kommentar

Gleichgewichtsstörungen sind ein komplexes Geschehen. Verschiedene Ursachen können zu diesem Krankheisbild führen. Eine exakte Diagnostik ist erforderlich, um eine effektive Therapie einzuleiten.
Trotz zunehmender Bedeutung der Untersuchungsmethode ist eine Standardisierung noch nicht im vollen Umfang möglich.


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