Verhaltenstherapie bei Flugangst

Beschreibung

Phobien zählen zu den psychiatrischen Angststörungen. Bei einer Phobie handelt es sich um eine ausgeprägte Angst vor einem bestimmten Objekt, einer Person oder auch einer Situation, die mit starker Panik einhergehen kann. Eine häufige Phobie ist die Aviophobie (Flugangst). Patienten mit ausgeprägter Flugangst können nicht in ein Flugzeug steigen und vermeiden dies, indem sie auf andere Verkehrsmittel zurückgreifen. Das Vermeidungsverhalten ist ein typisches Symptom von Phobien. Flugangst kann, wie jede Phobie, unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Bei leichter Flugangst besteht meist kein Anlass für eine Therapie, da die Betroffenen trotz ihrer Angst ein Flugzeug besteigen und die Situation bewältigen können. Bei stärkeren Formen können homöopathische oder nicht-homöopathische Beruhigungsmittel durch einen Arzt verschrieben werden. Diese lösen allerdings nicht das eigentliche Problem, sondern lassen die Patienten lediglich mehr entspannen und so ggf. den Flug ohne Panik überstehen. Man muss allerdings bedenken, dass nicht-homöopathische Beruhigungsmittel, wie z. B. die Benzodiazepine, mit Nebenwirkungen wie starker Müdigkeit einhergehen. Außerdem schlagen diese Medikamente bei Patienten mit ausgeprägter Phobie allein meist nicht an. Bei Patienten, die bereits beim Anschauen eines Flugzeuges Panik verspüren, ist eine Verhaltenstherapie hilfreich. Hier werden zusammen mit einem Verhaltenstherapeuten Strategien entwickelt, die den Patienten helfen, eine andere Sichtweise zu erlangen. Die Therapie beginnt meist mit einer Aufklärung und dem Wissenszuwachs, indem theoretische Hintergründe des Fliegens erläutert werden. Hierbei können ggf. bereits unbegründete Ängste gedämpft werden. Das Endziel ist es, sich dem mit Angst besetzten Gegenstand zu stellen. Es sollte aber möglichst schrittweise und langsam vorgegangen werden, um eine akute Panikattacke zu vermeiden. Zu Beginn der sogenannten Exposition sollte eventuell nur ein Flugzeug besichtigt werden, ohne dass der Patient direkt einen Flug absolvieren muss. Viele Fluggesellschaften bieten dann in Kooperation mit den Therapeuten einen Seminarflug speziell für diese Patienten an.



Autor: ÄGGP

Fakten

Indikation

Fluggäste mit schwerer Flugangst.

Risiken

Keine

Alternativen in der GKV

Nein

Kosten

Die Kosten für eine Einzeltherapie betragen je Sitzung ca. 100,- Euro. Die vorangehende Beratung ca. 20,- Euro. Eine Therapie in Gruppen beträgt ca. 20,- Euro je Sitzung. Es können weitere Kosten für die jeweilige Exposition anfallen.

Qualifikation des Anbieters

Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik

Psychologische Psychotherapeuten mit Qualifikationsnachweis zur Psychotherapie

Heilpraktiker sowie Heilpraktiker für Psychotherapie

Unser Kommentar

Es ist schade, wenn die Angst vor dem Fliegen die Reisefreude eindämmt. Dabei haben viele Passagiere meist nicht vor dem Fliegen selber Angst, sondern vor dem Abstürzen. Es ist zwar weitläufig bekannt, dass das Flugzeug ein sehr sicheres Verkehrsmittel ist – sicherer noch als das Auto – aber dies lindert die Angst nur wenig. Im Falle eines Absturzes ist der Passagier handlungsunfähig. Auch im Fernsehen werden Flugzeugabstürze in den Nachrichten gebracht. Dies schürt die Angst ein Flugzeug zu besteigen noch.
Ein Rückblick auf die letzten Jahre hat gezeigt, dass das Fliegen so sicher war, wie nie zuvor. Zahlreiche Seminare verbinden die Behandlung der Flugangst sogleich mit einem Probeflug. Nur so kann herausgefunden werden, ob das Seminar erfolgreich war.

Der Wirksamkeitsnachweis dieser FGL wird von Experten bestätigt.