Verödung von Besenreiser-Varizen

Beschreibung

Häufig kommt es vor allem bei Frauen mit zunehmendem Alter zu sogenannten Besenreiser-Varizen. Dabei handelt es sich um kleine, ungefährliche Erweiterungen von Venen. Da diese sehr oberflächlich unter der Haut liegen, sind sie gut sichtbar und stellen für viele ein ästhetisches Problem dar. Die Besenreiser können im Zusammenhang mit starken Krampfadern und einer Bindegewebsschwäche auftreten oder auch völlig unabhängig davon vorkommen. Die Methode zur Behandlung von Besenreiser-Varizen ist die Besenreiserverödung. Hierbei wird über eine dünne Nadel eine Sklerosierungslösung (meist 0,5%-1% Aethoxysklerol) direkt in das Gefäß gespritzt. Da das Gefäß oberflächlich liegt, sind keine tiefen Injektionen notwendig. Die Sklerosierungslösung verursacht eine kleine Entzündung in diesem Gefäß, was dazu führt, dass sich das Gefäß verschließt und der Blutfluss gestoppt wird. Um ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen, muss für einen Tag ein Kompressionsstrumpf oder ein Kompressionswickel getragen werden, und ein längerer Spaziergang wird im Anschluss an die Behandlung empfohlen (Aktivierung der Venenpumpen). Es wird versucht, in einer Sitzung so viele Gefäße wie möglich zu veröden. Bei einer zu hohen Anzahlkönen nicht alle Besenreiser auf einmal behandelt werden, da die Sklerosierungslösung sonst eventuell den Körper belasten könnte. Je nach Ausprägung sind im Durchschnitt 2 – 6 Behandlungssitzungen erforderlich. Je nach Verträglichkeit wird ggf. die Konzentration der Sklerosierungsflüssigkeit nach und nach gesteigert. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit besteht in der Lasertherapie von Besenreisern.

Weiterführende Literatur und ausgewählte Quellen:

- Kardorff: Selbstzahlerleistungen in der Dermatologie und der ästhetischen Medizin, 2. Auflage. Springer Berlin Heidelberg 2015

- Murena-Schmidt R (2015): Behandlung von Besenreisern und retikulären Varizen mit der Sklerotherapie. In: Kardorff B (ed) Selbstzahlerleistungen in der Dermatologie und der ästhetischen Medizin. Springer Berlin Heidelberg, Berlin, Heidelberg, pp 535–540. DOI: 10.1007/978-3-662-43427-7_48



Autor: ÄGGP, Dr. med. Bernd Kardorff (BVDD), Mönchengladbach

Fakten

Indikation

Für Patienten, die ein ästhetisches Problem mit Besenreiser-Varizen und NICHT die folgenden Krankheitsbilder haben:

-Tiefe Beinvenenthrombose

-Tumorerkrankung

-Mikroangiopathie infolge eines Diabetes

-Durchblutungsstörungen zweiten Grades

-Allergien auf das Sklerosierungsmittel

-Hautinfektionen im zu behandelnden Areal

Risiken

Die Lösung kann leichte, brennende Schmerzen verursachen, und es kann nach der Behandlung zur Überwärmung an der Stelle kommen. Ungewollte Thrombosen könnten bei der Besenreiserverödung rein theoretisch entstehen, sind aber sehr selten. Mini-Thrombosen der behandelten Gefäße sind jedoch therapeutisch erwünscht, damit diese vom Körper abgebaut werden. Es können eventuell Pigmentveränderungen mit bräunlichen Flecken auftreten. Diese brauchen manchmal mehrere Monate, bis sie verschwinden. Selten verbleiben bräunliche Ablagerungen in der Haut nach Verödung auf Dauer. Kleine Blutergüsse nach der Behandlung sind die Regel und zu erwarten. Die Behandlung sollte also aus kosmetischen Gründen möglichst ein paar Wochen vor der Freibad- oder Bikini-Saison abgeschlossen sein oder für eine gewisse Zeit unterbrochen werden.

Alternativen in der GKV

Nein

Kosten

Es handelt sich je nach Anbieter und Besenreiseranzahl um einen Kostenrahmen von 55,00 bis 100,00 Euro pro Verödungssitzung. Preise für eine Lasertherapie liegen zwischen ca. 100,00€ und 350€ pro Sitzung, je nach behandelter Fläche.

Qualifikation des Anbieters

Kenntnisse in der Phlebologie (Venenheilkunde). Dermatologische, angiologische oder gefäßchirurgische Vorbildung mit mehrjähriger Erfahrung in der Behandlung von Venen- und Gefäßerkrankungen.

Unser Kommentar

Bevor eine Verödung der Besenreiser vorgenommen werden soll, ist die Überprüfung der tieferen Venen empfehlenswert. Möglicherweise deuten die Besenreiser auf eine Erkrankung der tiefer liegenden Venen hin. Nach der Behandlung kommt es gelegentlich zu einer bräunlichen oder rötlichen Verfärbung der Haut im Bereich der Verödung. Auch sind kleine Narben möglich. In manchen Fällen tritt der gewünschte Effekt nicht komplett ein.

Der Wirksamkeitsnachweis dieser FGL ist durch Studien belegt.