Virtuelle Koloskopie, auf Wunsch des Patienten

Beschreibung

Der Darmkrebs (Kolonkarzinom) stellt eine der häufigsten Krebsarten dar. Jährlich erkranken ca. 70.000 Patienten, wovon ca. 30.000 versterben. Häufiger erkranken Menschen ab dem 50. Lebensjahr, wobei der Krankheitsgipfel bei ca. 70 Jahren liegt. Risikofaktoren für die Entwicklung eines Kolonkarzinoms sind wenig Bewegung, Alkoholkonsum, Nikotinabhängigkeit und eine fett- bzw. fleischreiche Ernährung. Darmkrebs entsteht in der Regel dadurch, dass Polypen, die vorerst gutartig sind, zu bösartigen Tumoren heranwachsen. Deshalb werden Polypen bei der Darmspiegelung (Koloskopie), ab dem 55. Lebensjahr, vorsorglich entfernt. Um eine Darmspiegelung durchzuführen muss der Patient am Vortag eine große Menge einer Flüssigkeit, zur Darmreinigung, zu sich nehmen und darf nichts mehr essen. Bei der Koloskopie selbst erhält der Patient ein leichtes Schlafmittel und der Arzt kann mit einer Kamera den gesamten Dickdarm bis zum Beginn des Dünndarms untersuchen. Diese Prozedur ist risikoarm und der Patient merkt in der Regel wenig von der Untersuchung, die im Durchschnitt nur 10 Minuten dauert. Ist es Patienten allerdings aus irgendeinem Grund nicht möglich oder unangenehm sich einer klassischen Darmspiegelung zu unterziehen, dem bietet die virtuelle Koloskopie eine mögliche Alternative. Hier wird der Darm über eine computertomographische Aufnahme mit anschließender 3-D Rekonstruktion beurteilt. Da es sich um ein sehr neues Verfahren handelt, übernimmt die GKV die Kosten für diese Untersuchung nicht. Die virtuelle Koloskopie verläuft in der Vorbereitung so wie die klassische Koloskopie aber zusätzlich gilt es zu beachten, dass sehr flache oder kleine Veränderungen eventuell übersehen werden können und bei einem unklaren oder kontrollbedürftigen Befund trotzdem eine normale Darmspiegelung erfolgen muss, um eine Probe zu entnehmen.

 



Autor: ÄGGP

Fakten

Indikation

Die virtuelle Koloskopie als Selbstzahlerleistung eignet sich vor allem für gesunde Patienten, die Angst oder Bedenken bezüglich einer normalen Koloskopie haben.

 

Risiken

Risiken sind die zusätzliche Strahlenbelastung und eventuell ein Übersehen von krankhaften Veränderungen, wenn diese sehr flach oder klein sind.

Alternativen in der GKV

Ja. Hämoccult-Test ab dem 50. Lebensjahr. Darmspiegelung ab dem 55. Lebensjahr alle 10 Jahre bei negativem Befund.

Kosten

Die Untersuchung kostet ca. 300,00 - 400,00 €.

Qualifikation des Anbieters

k.A.

Unser Kommentar

Nach der allgemeinen Erfahrung ist die Vorbereitung für eine Darmspiegelung der unangenehmste Teil der Untersuchung. Diese Prozedur bleibt Ihnen auch bei der virtuellen Koloskopie leider nicht erspart. Denn nur wenn der Darm wirklich leer und sauber ist, kann man seine Wandstrukturen erkennen. Die gesamte Untersuchung dauert circa 10 bis 20 Minuten, es bedarf keiner Schmerz- oder Beruhigungsmittel. Es wird gewöhnlich ein Darm entspannendes Mittel in die Vene verabreicht. Zu Beginn der Untersuchung erhalten Sie auf dem Untersuchungstisch einen dünnen, kurzen Silikonschlauch in den Enddarm eingeführt. Über diesen wird gewöhnlich mit einer automatischen Pumpe Gas in den Dickdarm eingeblasen. In der Regel wird Kohlendioxid verwendet, welches nach der Untersuchung schnell über den Darm aufgenommen wird und somit zügig aus dem Darm verschwindet. Wenn der Darm gut ausgedehnt ist, wird eine Untersuchung in Bauchlage ausgeführt. Dabei bewegt sich der CT-Tisch mit dem Patienten durch die CT-Röhre, welches circa 10 bis 20 Sekunden dauert. Anschließend dreht sich der Patient und es erfolgt eine Untersuchung in Rückenlage. Gewöhnlich werden beide Aufnahmen mit einer reduzierten Strahlendosis durchgeführt, als so genannte low dose oder auch ultra-low dose Scans. Bei bestimmten Fragestellungen wird der zweite Scan mit intravenösem Kontrast und normaler Strahlendosis ausgeführt.
Auch wenn die Strahlenbelastung sich in Grenzen hält ist sie ein Problem, das im Vordergrund der pro und kontra Diskussion steht.