Definition

Was sind Freie Gesundheitsleistungen (FGL) bzw. IGeL-plus?

Im Unterschied zu herkömmlicher IGeL (individuelle Gesundheitsleistung) bezeichnet FGL/IGeL-plus eine individuelle Gesundheitsleistung, die in der online-Enzyklopädie der Selbstzahlerleistungen der ÄGGP (Ärztliche Gesellschaft für Gesundheit und Prävention) gelistet und ausführlich beschrieben wurde. Es ist eine IGeL, die die vereinheitlichten, transparenten und damit kontrollierbaren Qualitätsanforderungen der ÄGGP erfüllt.

IGeL-plus sind durch die ÄGGP oder durch gebietsbezogene Fachgesellschaften und Berufsverbände überprüft und gebunden an festgelegte Qualifikationen der anbietenden Ärztinnen und Ärzte bzw. Vertreter anderer Gesundheitsfachberufe.

IGeL-plus sind in der Regel keine Kassenleistungen und müssen daher vom Patienten selbst bezahlt werden.

Sie können aber in ihrer Art auch Kassenleistungen sein, wenn sie bei Fehlen einer medizinischen Indikation von Ihnen als Patient ausdrücklich gewünscht werden. Kassenleistungen können auch zu IGeL werden, wenn sie außerhalb der zeitlichen Vorgaben, der vorgeschriebenen Kontingente oder bei Vorsorgeleistungen der Altersbegrenzungen gemäß der gesetzlichen Vorschriften liegen.

Viele IGeL - wie beispielsweise innovative Diagnostik- und Behandlungsmethoden - haben in der Vergangenheit Einzug in das System der Gesetzlichen Krankenversicherung gehalten oder werden im Rahmen besonderer Krankenkassenverträge ganz oder teilweise angeboten, wie zum Beispiel das Screening auf Gestationsdiabetes (GDM), Akupunktur, Misteltherapie, reisemedizinische Untersuchungs- und Beratungsleistungen oder zuletzt der sportmedizinische Check. Viele IGeL wiederum, wie Gutachten oder ästhetisch- chirurgische Eingriffe, können nicht zu Lasten der GKV gehen.

Im Zuge einer permanenten Wissenserweiterung und zunehmenden Differenzierung einer individualisierten Medizin erweiterte sich das Spektrum der Gesundheits- und Präventionsmedizin und das Angebot außerhalb des GKV-Leistungskataloges im letzten Jahrzehnt beträchtlich von ca. 65 (1998) auf 386 (2011) und aktuell auf ca. 450. Die Ärztliche Gesellschaft für Gesundheit und Prävention stellt sich der Notwendigkeit, diese Leistungen nach dem Wikipedia-Prinzip durch Experten für Patienten zu beschreiben, zu kategorisieren und zu standardisieren, Qualitätsindikatoren einzuführen und kontinuierlich zu aktualisieren. Sie macht diese vergleichbar und erleichtert den Zugang zu Informationen und Anbietern. und hat dafür das Portal Gesundheit-plus geschaffen.

IGeL werden in der Regel von Krankenversicherungen nicht bezahlt!

Als innovative Zusatz-, Ergänzungs-, Komfort- oder auch als Alternativ-Medizin, insbesondere im Bereich der Prävention und Gesundheitsmedizin, sind IGeL-plus aus einer modernen, ganzheitlich verstandenen und personalisierten Medizin nicht mehr wegzudenken. Aus einem gesteigerten Gesundheitsbewußsein selbstgewählt, tragen die qualitätsgesicherten IGeL-plus erheblich zur Eigeninitiative in der Gesundheitsförderung bei, bringen medizinische Kompetenz in den zweiten Gesundheitsmarkt und fördern Innovationen auf ihrem Weg in die Versorgung.

Die von dem Gremium des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) genehmigten medizinischen Leistungen des GKV-Leistungskataloges werden durch § 12 Abs 1 SGB V begrenzt: Diese müssen “ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein und dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten”. Das Genehmigungsverfahren kann dabei Jahre dauern. Unter Umständen können diese Bedingungen für innovative Verfahren hinderlich sein.

Da IGeL das vom G-BA bestimmte Maß des Notwendigen und das Maß einer überwiegend wirtschaftlich ausgerichteten Medizin überschreiten dürfen, tragen sie zur Medizin als internationale Zukunfts- und Dienstleistungsbranche in Deutschland bei.

IGeL-plus sind medizinische Leistungen, die auf Initiative des Patienten die gesetzlich beschränkten Krankenkassenleistungen in einem gewünschten persönlich-individuellen Maße ergänzen. Sie sind nicht genehmigungspflichtig, ihre Erbringung und Abrechnung allerdings gebunden an einen Behandlungsvertrag.